Amisterdam Luan Laranjeira da Silva

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geboren am 11.08.1997

Luan lebte schon einige Zeit auf der Straße. Denn unser Straßenarbeiter Severino hatte ihn schon mehrmals im Zentrum von Recife angetroffen. Am 26.05.2009 gelang es ihm den Jungen, der mit seinem ersten Namen, Amisterdam heißt, zu überzeugen, dass der kleine Nazareno für ihn ein Ausweg aus dem schrecklichen Schicksal sei. Luan stieg mit Serverino in den Bus und fuhr zusammen mit ihm ins Nazarenodorf auf der Insel Itamaracá.

Schon am ersten Tag nach seiner Ankunft ging es um 7:30 ab zur Nazarenoschule, wo ihn bereits die Lehrerin Marilene erwartete und feststellte, dass er bereits lesen und schreiben konnte. Sein Wissen entsprach dem der 4. Klasse. Wenn er das Klassenziel erreicht, wird er bereits nächstes Jahr in eine Staatliche Schule außerhalb des Nazarenodorfs zur Schule gehen.

Nach ein paar Wochen konnten wir seine Familienangehörige ausfindig machen. Unsere Sozialassistentin besuchte den Großvater, der ihr erzählte, dass er nach 47 Jahren Ehe, vor 3 Monaten von seiner Frau verlassen wurde, weil sie herausfand dass er seit 53 Jahren noch eine zweite Frau und 9 weitere Kinder hatte. Er erzählte ihr von seiner Tochter Maria Jeane, der Mutter von Luan. Sie ist 36 Jahre alt und Alkoholikerin. Luan ist ein uneheliches Kind wurde jedoch zusammen mit einer Halbschwester vom Stiefvater großgezogen. Dieser  versuchte seinen Stiefsohn zu beschützen, als dieser einen Polizisten unabsichtlich mit dem Fahrrad rammte. Es kam zu einem Streit und der Polizist erschoss vor den Augen Luans den Stiefvater. Luan war zu diesem Zeitpunkt 9 Jahre alt. Da der Alkoholkonsum der Mutter nach dem Vorfall stark anstieg, verlor sie das Sorgerecht der Tochter und Luan wurde bei Maria Jane, der Schwester seiner Mutter, untergebracht. Dort blieb er nicht lange, sondern lief von Schule weg und blieb auf der Straße.

Seit dem Ende Juni bekam er schon mehrmals Besuch von seiner Familie, die Glücklich ist, dass Luan sich im Dorf so wohl fühlt.

Im Haus der Kleinen fand Luan schnell eine neue Heimat, Freunde und liebevolle Betreuung durch unsere beiden Tagesmütter Marileide und Jucelia.Gerne spielt er Fußball und fährt gerne Fahrrad. Bei der Radtour zum Praia do Sossego im Oktober, war er natürlich mit dabei, obwohl er noch kein eigenes Fahrrad besitzt. Beim sondieren der Radüberreste fand er nur einen alten Rahmen.

 

 

 



 

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