
Ich bin nicht aus Fortaleza, ich habe in Sobral gewohnt, aber ich kam mit meiner Oma nach Forataleza, als sie eines Tages dort nach Hause kehrte. Ich wohnte mit meiner Mutter, meinem Bruder und meiner Schwester. Mein Vater wohnte nicht dort im Haus, er ist von meiner Mutter getrennt.
Ich ging auf die Strasse, weil ich einige Jungs sah, die sich dort aufhielten. Sie überredeten mich und ich ging. Ich ging mit meiner Oma und wir verkauften Bolinhos (Gebäck). Wir gingen durch viele Straßen, dann eines Tages sah ich einige Jungen, sie ueberredeten mich mit nach Beira Mar zu gehen und ich ging. Die Jungs, die anderen, sie schnüffelten Klebstoff und gaben mir auch was, sie sagten: Schnüffel Kumpel, das ist gut. Ich wollte nicht, aber sie sagten, wenn ich das schnüffeln würde, würde ich eine Menge Sachen sehen... so... eine Menge Sachen am Himmel, wo wir hinreisen würden. Also schnüffelte ich und gewöhnte mich daran.
Ich hielt mich auf der Strasse auf und kehrte nicht nach Hause zurück. Meine Oma wusste nicht, wo ich war. Ich bettelte in den Terminals um Geld und wenn es Nacht wurde, ging ich in Pirambú Klebstoff kaufen, bei einer Frau, die Marlúcia hieß. Das war 1 Real, 2 Reails, 3 Reais... so... oder wieviel wir gewollt hätten. Ich bettelte bei den Leuten auch um Essen. Manchmal tat ich ihnen leid und sie gaben mir was. Ich schlief auf einer Pappe. Die Pappe legte ich an einem kleinen Ort auf den Boden und schlief. Manchmal schlief ich auch in den Bussen. Wenn alle hinausgingen,versteckte ich mich und schlief auf den Sitzen.
Auf der Strasse war es schlimm, wenn Typen uns ausraubten, sie nahmen das ganze Geld, das wir hatten. Es waren riesige Jungs dort am Terminal, die uns ausraubten. Ich blieb ohne Geld und starb vor Hunger. Also ging ich wieder betteln, um was essen zu können.
Ich hatte Lust wieder mit meiner Oma zu wohnen, aber die anderen Mirins (Straßenjungs) ließen das nicht zu. Sie sagten, wenn ich zurückgehen würde, würden sie zu meinem Haus kommen und alles kaputt machen. Mein Haus und alles, was ich dort hätte. Also war ich dankbar dafür, mit ihnen auf der Strasse zu bleiben. Der Chef war Wellington, wir gaben ihm Geld. In der Nacht hielt er Wache für uns, wenn wir schliefen, aber danach, am Morgen, mussten wir auch fuer ihn Wache halten, wenn er schlief.
Auf der Strasse hatte ich Angst, wenn die Dämmerung kam, weil wir bestohlen wurden und ich am nächsten Tag kein Merenda kaufen konnte, ich starb vor Hunger. Mir war auch sehr kalt. Ich steckte meine Arme in mein Hemd, wickelte mich fest ein und schlief. Es gab einige Typen, die vor der Polizei geflüchtet waren und sich in unserer Nähe versteckten. Wir hatten Angst, weil die Polizei denken konnte, wir seien es. Die Polizisten kamen und schickten uns weg (vertrieben uns?). Nur Wellington blieb. Die Polizei hatte Angst vor ihm. Die Polizisten nahmen nur unseren Klebstoff, seinen nicht.
Ich war sehr klein, ich war erst 8 Jahre.
Wenn ich erwachsen bin, möchte ich Polizist sein, weil das mein Traum ist.