
geboren am 25.04.1996
Ich habe gemeinsam mit meinen Eltern in „Messejana“ gelebt. Mein Vater war der einzige von meiner Familie, der gearbeitet hat. Er hat mich oft geschlagen. Ich bin zur Strasse, weil ich es selbst so wollte.
Ich habe mich hauptsächlich an den Busbahnhöfen „Papicu“ und "Messejana“ aufgehalten und dort ebenfalls viele Nächte verbracht.
Tagsüber habe ich hauptsächlich in Bussen gebettelt und die Leute haben mir immer etwas Kleingeld gegeben, weil sie mich mochten. Manchmal habe ich bis zu 10 Reais am Tag verdient und davon dann Essen und andere Dinge gekauft.
Ich habe auch geklaut. Mein Spitzname war “Cãozinho” (Halunke), denn ich konnte Sachen schneller klauen, als die Leute sehen konnten. Als sich dies am Busbahnhof „Messejana“ immer mehr herumgesprochen hat, bin ich zum Busbahnhof „Siqueira“. Auch dort habe ich gebettelt und geklaut. Oftmals wurde ich von den größeren Jungs auf der Strasse geschlagen, denn sie wollten immer mein Geld haben. Immer wenn ich nach Hause zurückgekehrt bin, habe ich ein Teil des Geldes meiner Mutter gegeben, damit sie Lebensmittel für die Familie kaufen konnte. Und meine Mutter hat mich jedes Mal angefleht, nicht wieder zur Strasse zurückzukehren. Aber wenn mich Leute auf der Strasse getroffen und mich wieder nach Hause gebracht haben, fragten sie meine Mutter, warum ich auf der Strasse bin, dann hat sie nie etwas gesagt.
Einmal haben mich die Mitarbeiter vom SOS in ihre Einrichtung mitgenommen, wo ich essen und duschen konnte. Ich habe diese Einrichtung nicht gemocht und bin daher kurze Zeit später abgehauen und zum Busbahnhof „Messejana“ zurückgekehrt. So sah mein Leben auf der Strasse aus.